Berlin Meditation

Vom individuellen zum universellen Bewusstsein

Reflektieren und Leeren klären den Geist. Grenzen loslassen weitet ihn.

Gedanken und Gefühle, um die niemand gebeten hat, füllen nach und nach das Gefäß deines Geistes. Und der Gedanke „So groß bin ich eben" hält dieses Gefäß klein.

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Es ist voll und läuft überNoch frei 0%

Darin liegt: Gekränktes„So viel passt bei mir rein"Der Vergleich mit anderen„So bin ich eben"Ein alter Fehler„Das ist meine Grenze"Sorge um morgen„Ich kann das nicht"

Gedanken und Gefühleloslassen macht klarGrenzenloslassen macht weit

Größe des Gefäßes (Weite des Bewusstseins)

individuelles Bewusstseinuniverselles Bewusstsein
01

Zwei Richtungen

Unsere Meditation geht in zwei Richtungen: das volle Gefäß leeren – und das Gefäß weiten. Angefangen wird immer mit dem Leeren. Wer zurückschaut und loslässt, wird klarer; und wer das lange genug tut, lässt irgendwann auch die Grenzen los, die das Gefäß klein gehalten haben.

Volles GefäßZurückschauen und loslassenGeklärtes GefäßGrenzen loslassenGeweitetes Gefäß

Leeren macht klar

Im Leben sammelt sich an, worum niemand gebeten hat: alte Fehler, Vergleiche mit anderen, Gekränktes, Sorgen. Schaust du das Stück für Stück an und lässt es los, wird der Geist klar.

Grenzen loslassen macht weit

Die Wand des Gefäßes ist selbst ein Gedanke: „So viel passt bei mir rein", „So bin ich eben". Lässt du diesen Gedanken los, weicht die Wand zurück – vom individuellen zum universellen Bewusstsein.

02

Derselbe Stress, ein anderes Gefäß

Eine Frist, ein Satz von jemandem, verschlafen. Wie viel an einem Tag hereinkommt, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch kaum. Der Unterschied liegt im Gefäß, das es auffängt.

Dass es eng zugeht, hat einen Grund: Das Gefäß ist längst besetzt. In ein volles genügt eine Kleinigkeit, und es läuft über. In ein geleertes, weites kommt dasselbe hinein – und der Pegel steigt ein wenig.

Ein Löffel Salz in einem GlasNicht mehr zu trinken. Der eine Löffel ist alles, was man schmeckt.
Ein Löffel Salz in einem SeeDer Geschmack bleibt fast derselbe. Dabei ist es genau dieselbe Menge Salz.
03

Was beim Meditieren geschieht

„Universelles Bewusstsein" klingt groß. Der Weg dorthin ist sehr konkret: ansehen, was sich angesammelt hat, und weglassen, was nicht gebraucht wird. Je leerer, desto klarer – und wer auch die selbst gezogenen Grenzen loslässt, bei dem kommt die ursprüngliche Weite zum Vorschein.

1

Voll

Gedanken und Gefühle stehen dicht an dicht. Schon eine Kleinigkeit nimmt die Luft.

2

Ansehen

Stück für Stück anschauen, was da liegt. „Ach, das war also hier."

3

Loslassen

Weg damit – und mit den Gedanken und Gefühlen auch der Satz „So viel bin ich".

4

Zum Vorschein

Der Geist ist klar, der Rand ist zurückgewichen. Was bleibt, ist die Weite, die immer da war.

Der Kreis wird nicht größer, weil etwas hinzukommt. Sein Rand war ein Gedanke – „bis hierher und nicht weiter". Fällt der Gedanke weg, zeigt sich, wie groß er immer schon war.

04

Wie das wahre Potenzial zum Vorschein kommt

Das Gefäß ist nicht von Natur aus klein. Klein hält es der Gedanke „So viel passt bei mir rein", „Das ist meine Grenze". Kaum jemand hat sich diesen Gedanken ausgesucht. Er ist entstanden – beim Scheitern, beim Verglichenwerden, beim Verletztwerden.

„So viel passt bei mir rein"„Das ist meine Grenze"
Gedanken, die zur Wand werdenDer Gedanke selbst wird zur Wand. Darin ist es immer eng, und schon wenig läuft über.
Fällt die WandDie blassen Linien waren die alte Wand. So weit war das Gefäß die ganze Zeit. Diese verdeckte Größe ist das wahre Potenzial.

Das wahre Potenzial wird also nicht mit Mühe hergestellt. Lässt du die Gedanken los, die dich begrenzen, zeigt sich von selbst, was von Anfang an da war.

Das Klarwerden geschieht mit. Unter allem Angesammelten ist schwer zu sehen, was zählt und was jetzt dran ist. Zurückschauen und leeren – und es liegt klar vor dir, wie Wasser, in dem sich der Sand gesetzt hat. Auch die Kraft, die das Tragen gekostet hat, steht wieder für Arbeit, Lernen und Menschen zur Verfügung.

05

Was ein weiteres Gefäß im Alltag ausmacht

Nicht die vage Rede von innerer Ruhe, sondern Unterschiede, die du im Alltag merkst.

Weniger aus der Bahn

Kommt etwas Unerwartetes, kippt nicht gleich alles. Es ist Platz da, der es auffängt.

Dasselbe Pensum, mehr Ruhe

Zu tun ist genauso viel, aber ohne das Gefühl, gejagt zu werden. Auch das Aufschieben wird weniger.

Nichts bleibt liegen

Schweres hängt nicht wochenlang nach. Wer zurückschauen und loslassen kann, trägt es nicht wieder an.

Vom Vornehmen zum Tun

Fällt das „Ich kann das nicht" weg, fängst du einfach an. Und die Kraft, die das Tragen gebunden hat, bringt dich bis zum Ende.

Klarer Blick

Legen sich die angesammelten Gefühle, siehst du die Sache, wie sie ist. Andere Wege werden sichtbar, und das Grübeln wird seltener.

Offen für andere

Ist in dir Platz, passt auch die Sicht des anderen hinein. Beziehungen werden leichter.

06

Derselbe Tag, zwei Gefäße

Gehen wir einen vollen Tag zweimal durch. Was passiert, ist beide Male dasselbe.

UhrzeitMit vollem GefäßMit geleertem, weitem Gefäß
07:40Verschlafen. „Der Tag ist gelaufen." Schon am Morgen sinkt die Stimmung.Verschlafen. „Zwanzig Minuten." Der Plan rückt zusammen, und los.
10:00Der Termin wird verschoben. Der Ärger bleibt, und die Arbeit liegt.Der Termin wird verschoben. Unangenehm – notiert, und zurück an die Arbeit.
14:00Ein Versprecher vor wichtigen Leuten. Die Szene läuft weiter und macht klein.Ein Versprecher vor wichtigen Leuten. Einmal durchatmen und weitersprechen.
21:00Vor der aufgeschobenen Sache sitzt du müde am Handy. Bis tief in die Nacht.Die aufgeschobene Sache wird klein geschnitten und Stück für Stück erledigt.
23:00Ärger und Scham gehen mit ins Bett. Morgen ist das Gefäß noch voller.Was sich angesammelt hat, wird angesehen und losgelassen. Morgen beginnt leer.
Die Arbeit ist getan – den ganzen Tag unter einer Last.Dieselbe Arbeit getan, und es ist Kraft übrig.
07

Zehn Minuten, die heute gehen

Ein Gefäß weitet sich nicht auf einmal. Wer täglich ein wenig zurückschaut und loslässt, merkt irgendwann: klarer ist es geworden, und weiter auch.

  1. 3Min

    Beim Atem bleiben

    Bequem sitzen, Augen zu, und beim Ein und Aus bleiben. Der Moment, in dem das Rennen kurz anhält.

  2. 3Min

    Ansehen, was da ist

    Zurückschauen, was sich angesammelt hat. Was heute war, welche Szene wiederkommt, was dabei zu spüren war.

  3. 3Min

    Loslassen

    Von dem Angesehenen weglassen, was du nicht willst und nicht mehr brauchst. Taucht ein „So viel bin ich eben" auf, lass es mit los.

  4. 1Min

    Nachspüren

    Was ist anders als vorhin, vor dem Meditieren?

Zurückschauen und leeren macht klar, Grenzen loslassen macht weit. Dieses klare, weite Gefäß – das bist du, wie du ursprünglich bist.

Einmal selbst ausprobieren

In der Probemeditation zeigen wir dir in Ruhe und eins zu eins, wie das Zurückschauen und Loslassen praktisch geht.

Probemeditation